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Wissen

Signaturformate und Signaturniveaus verständlich erklärt

PAdES, CAdES und XAdES, dazu die Niveaus B, T, LT und LTA: welche Formate es gibt, was Zeitstempel bringen und wie eine Signatur geprüft wird.

4 Min. Lesezeit · Stand: 26.09.2026

Warum es verschiedene Formate gibt

Eine Signatur muss irgendwo gespeichert werden: im Dokument selbst oder daneben. Wie das genau geschieht, regeln europäische Normen des ETSI. Die eIDAS-Verordnung verweist auf diese Formate (Art. 27 eIDAS). Welches passt, hängt vor allem von der Art des Dokuments ab.

PAdES, CAdES und XAdES

FormatFürWo liegt die Signatur?Norm
PAdESPDF-Dokumenteim PDF, mit sichtbarem Signaturfeld auf der SeiteETSI EN 319 142
CAdESbeliebige Dateienin einer eigenen Signaturdatei oder als Container um die DateiETSI EN 319 122
XAdESXML-Dokumenteim XML oder in einer eigenen DateiETSI EN 319 132

Für die meisten Anwendungen ist PAdES die richtige Wahl. Ein PAdES-signiertes PDF lässt sich mit gängigen PDF-Programmen öffnen, die Signatur wird dort angezeigt. CAdES und XAdES kommen vor allem beim Datenaustausch zwischen Systemen zum Einsatz.

Die Niveaus B, T, LT und LTA

Jedes Format gibt es in mehreren Niveaus. Sie bauen aufeinander auf und bestimmen vor allem, wie lange sich eine Signatur zuverlässig prüfen lässt.

NiveauWas hinzukommtWofür geeignet
B (Basic)Signatur mit ZertifikatDokumente, die zeitnah geprüft werden
T (Timestamp)Zeitstempel, der den Zeitpunkt der Signatur belegtNachweis, wann signiert wurde
LT (Long Term)Prüfdaten wie Sperrinformationen zum SignaturzeitpunktPrüfung auch nach Ablauf des Zertifikats
LTA (Long Term Archive)Archivzeitstempel, die sich erneuern lassenArchivierung über viele Jahre

Auch auf Niveau B ist die Signatur eine vollwertige QES. Die höheren Niveaus ändern nichts an der Rechtswirkung. Sie sorgen dafür, dass die Signatur auch in vielen Jahren noch nachvollziehbar geprüft werden kann.

Zeitstempel

Ein Zeitstempel belegt, dass ein Dokument zu einem bestimmten Zeitpunkt in genau dieser Form existiert hat. Ein qualifizierter Zeitstempel stammt von einem qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter. Für ihn gilt die Vermutung, dass Datum und Uhrzeit richtig sind und das Dokument seitdem unverändert ist (Art. 41 Abs. 2 eIDAS).

Ohne Zeitstempel stammt die Zeitangabe einer Signatur aus dem signierenden System. Mit Zeitstempel ist sie unabhängig belegt. Das ist wichtig, wenn es auf den Zeitpunkt ankommt oder ein Zertifikat später gesperrt wird.

Validierung: wie eine Signatur geprüft wird

Bei der Validierung wird geprüft, ob eine Signatur gültig ist (Art. 32, 33 eIDAS). Dazu gehören vor allem drei Fragen:

  1. War das Zertifikat zum Zeitpunkt der Signatur gültig, und war es ein qualifiziertes Zertifikat?
  2. War das Zertifikat zu diesem Zeitpunkt nicht gesperrt?
  3. Ist das Dokument seit der Signatur unverändert?

Einfache Prüfungen zeigen viele PDF-Programme direkt an. Für förmliche Nachweise gibt es qualifizierte Validierungsdienste. In OneSign ist eine Signaturprüfung auf Anfrage verfügbar.

Welches Niveau brauche ich?

  • Kurzlebige Dokumente, die bald geprüft und abgelegt werden: B oder T.
  • Dokumente mit wichtigem Datum, etwa Fristen: mindestens T.
  • Dokumente mit langen Aufbewahrungsfristen, etwa Gutachten oder Verträge: LT oder LTA.

Formate und Niveaus in OneSign

OneSign unterstützt PAdES, CAdES und XAdES in den Niveaus B, T, LT und LTA. Höhere Niveaus und qualifizierte Zeitstempel richten wir auf Anfrage für Ihre Organisation ein. Im Browser-Dashboard signieren Sie PDFs mit PAdES und sichtbarem Signaturfeld.

Bereit für die qualifizierte Signatur?

Erzählen Sie uns kurz, was Sie signieren möchten.