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Qualifiziertes Zertifikat und Video-Identifizierung: so läuft es ab

Wie eine Person zu ihrem qualifizierten Zertifikat kommt: Bestellung, Video-Ident beim Zertifikatsaussteller, Zugangsdaten und Freischaltung in OneSign.

4 Min. Lesezeit · Stand: 26.09.2026

Was ist ein qualifiziertes Zertifikat?

Ein qualifiziertes Zertifikat ist eine elektronische Bescheinigung, die eine Signatur einer bestimmten Person zuordnet (Art. 3 Nr. 15, Art. 28 eIDAS). Es enthält unter anderem den Namen der Person, die Angabe des Ausstellers und die Gültigkeitsdauer. Ohne qualifiziertes Zertifikat gibt es keine QES.

Das Zertifikat gehört immer einer natürlichen Person, zum Beispiel einer Ärztin oder einem Personalleiter. Es ist nicht übertragbar. Wer signiert, signiert mit seinem eigenen Zertifikat.

Wer stellt das Zertifikat aus?

Qualifizierte Zertifikate darf nur ein qualifizierter Vertrauensdiensteanbieter ausstellen. Für OneSign ist das unser geprüfter Zertifikatsaussteller:

  • ein qualifizierter Vertrauensdiensteanbieter mit Sitz in der EU,
  • in der öffentlichen EU-Vertrauensliste als qualifiziert geführt,
  • unter der Aufsicht einer staatlichen Aufsichtsstelle,
  • mindestens alle 24 Monate von einer unabhängigen Konformitätsbewertungsstelle geprüft (Art. 20 eIDAS).

Der Ablauf Schritt für Schritt

  1. Bestellung: Ihre Organisation bestellt das Zertifikat für eine Person, im Dashboard oder per API.
  2. E-Mail: Die Person erhält eine E-Mail mit einem Link zur Video-Identifizierung bei unserem geprüften Zertifikatsaussteller.
  3. Bedingungen: Vor der Identifizierung werden die Nutzungsbedingungen des Zertifikatsausstellers angezeigt. Die Person schließt damit einen eigenen Vertrag mit ihm.
  4. Video-Identifizierung: In einem Videogespräch prüft der Zertifikatsaussteller Ausweisdokument und Person.
  5. Zugangsdaten: Nach erfolgreicher Identifizierung sendet der Zertifikatsaussteller die Zugangsdaten direkt an die Person, nicht an Ihre Organisation.
  6. Hinterlegen: Die Person hinterlegt ihre Zugangsdaten in OneSign. Sie werden verschlüsselt gespeichert.
  7. Freischalten: Eine Testsignatur prüft die Zugangsdaten und schaltet das Zertifikat frei. Danach kann die Person Dokumente qualifiziert unterschreiben.

Was die Person braucht

  • einen gültigen Personalausweis oder Reisepass,
  • ein Smartphone für die Video-Identifizierung,
  • Zugriff auf das E-Mail-Postfach, an das die Einladung geht.

Planen Sie für die Identifizierung etwas Zeit und eine ruhige, gut beleuchtete Umgebung ein. Welche Ausweisdokumente im Einzelnen akzeptiert werden, legt der Zertifikatsaussteller fest.

Der eigene Vertrag mit dem Zertifikatsaussteller

Für Ausstellung und Nutzung des qualifizierten Zertifikats schließt der Zertifikatsinhaber einen eigenen Vertrag mit dem Zertifikatsaussteller. Es gelten dessen Nutzungsbedingungen, die vor der Identifizierung angezeigt werden.

Der Zertifikatsaussteller verarbeitet die Identifizierungsdaten in eigener Verantwortung und informiert die Person selbst über den Datenschutz. Auch Sperrung und Widerruf eines Zertifikats nimmt der Zertifikatsaussteller vor.

Schutz der Zugangsdaten

Die Zugangsdaten sind der Schlüssel zur Signatur. OneSign speichert sie deshalb mit AES-256-GCM verschlüsselt und schreibt sie nie in Protokolle. Innerhalb Ihrer Organisation legen Rollen fest, wer Zertifikate bestellen und wer signieren darf.

Laufzeit und Ablauf

Das Zertifikat kann für die Laufzeit des Zertifikats genutzt werden. Die Laufzeit steht im Zertifikat selbst und wird in OneSign angezeigt. Vor dem Ablauf erhält Ihre Organisation eine Warnung, damit rechtzeitig ein neues Zertifikat bestellt werden kann.

Signaturen, die während der Laufzeit erstellt wurden, bleiben auch nach Ablauf prüfbar. Für eine lange Prüfbarkeit eignen sich höhere Signaturniveaus, siehe Signaturformate und Niveaus.

Bereit für die qualifizierte Signatur?

Erzählen Sie uns kurz, was Sie signieren möchten.